Wie Darmentzündungen entstehen

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Durch eine ungünstige Zusammensetzung der zahlreichen Mikroorganismen in unserem Darm kann das Entstehen der chronischen Darmentzündung begünstigt werden. Im menschlichen Darm befinden sich mehr als tausend unterschiedliche Bakterienarten. Befinden sich diese Bakterienarten in der richtigen Zusammensetzung und Kombination, dann leben sie mehr oder weniger friedlich mit ihrem menschlichen Wirt.
Wissenschaftler bestätigen, dass das Mikrobiom im menschlichen Darm nicht nur bei der Verdauung der Nahrung eine wichtige Rolle spielt, sondern auch für die zahlreichen anderen Funktionen im menschlichen Körper mitverantwortlich ist. Unter anderem hat die Darmflora einen sehr großen Einfluss auf das Immunsystem des Menschen.

Bedeutung für Menschen mit Morbus Crohn

Nicht nur Menschen, die an Morbus Crohn leiden, sondern auch Patienten mit Colitis ulcerosa leiden unter der reduzierten Artenvielfalt der Bakterien im Darm. Am Beispiel von Mäusen haben die Wissenschaftler des Hemholtz-Zentrums für Infektionsforschung herausgefunden, dass über eine gezielte Blockade, welche aus bestimmten Molekülen besteht, die Entzündungsreaktionen im menschlichen Körper deutlich abgeschwächt werden können. Die Moleküle nennen sich Caspasen. Experten sind nun der Meinung, dass bei der Therapie der erkrankten Personen auch das Mikrobiom des Patienten berücksichtigt werden muss. Ihre Erkenntnisse kann man in zwei unterschiedlichen Artikeln nachlesen. Diese finden interessierte Leser im Fachjournal ‘Cell Reports’.

Lebensqualität kann deutlich sinken

Durch eine chronisch entzündliche Darmerkrankungen kann die Lebensqualität der Patienten deutlich sinken. Sie leiden unter anderem an wiederkehrenden Durchfällen oder unter starken Bauchkrämpfen. Über 350.000 Patienten gibt es alleine in Deutschland. Bisher gibt es noch keine Therapie, mit der diese Erkrankung geheilt werden kann. Leider können bis zum heutigen Zeitpunkt nur die Symptome gelindert werden. Dazu erhalten die Patienten Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken. Als Neben Wirkung reagieren die Patienten empfindlicher auf Infektionen.
Trotz aller Studien und Untersuchungen kann immer noch nicht klar gesagt werden, wie es zu der extremen Störung zwischen den Mikroorganismen und dem Wirt kommt, denn ansonsten ist das Verhältnis ausgewogen. Es handelt sich bei einer chronischen Darmentzündung um ein komplexes Wechselspiel von Umweltfaktoren und der genetischen Anfälligkeit. Die Wissenschaftler sind sich jedoch einig, dass die Umwelt und die Ernährung des Patienten hierbei eine große Rolle spielen. Jedoch kann die Erkrankung auch durch Darmkeime, wie zum Beispiel Escherichia coli oder Clostrium difficile entstehen und dadurch eine Immunreaktion auslösen. Die kleinen natürlichen Darmbewohner führen dann zu schlimmen Entzündungsreaktionen. Durch Versuche haben die Wissenschaftler nun herausgefunden, dass dies durch das Enzym Caspase-1 gesteuert wird und somit für die Entzündungsreaktionen im Darm verantwortlich ist. Würde es gelingen die Caspase zu deaktivieren, dann kommt es weniger heftigen Immunantworten im Darm, erklären die Wissenschaftler. Die Wissenschaftler sind also weiter darum bemüht Ergebnisse zu liefern und herauszufinden, welche Bakterienarten für die chronisch-entzündlichen Darmreaktionen verantwortlich sind. Zudem sollen Möglichkeiten gefunden werden, um fehlgeleitete Immunantworten zu steuern und zu blockieren.

Quelle: fr.de

 

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