Ursachen von Morbus Crohn

Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine chronische Entzündung des Magen-Darm-Trakts, die schubweise verläuft. Dabei kann jeder Abschnitt des Verdauungstraktes betroffen sein. Am häufigsten sind allerdings Entzündungen im Darmbereich. Die Schichten der Darmwand sind demzufolge entzündet und verdicken sich im Verlauf der Krankheit. Zu den typischen Symptomen gehören Bauchschmerzen und starke Durchfälle. Eine Heilung ist nicht möglich. Nachfolgend werden die Ursachen erläutert, die zu dieser Erkrankung führen können.

Ursache Morbus Crohn – ungesunde Ernährung

Eine ungesunde Ernährung wird häufig in Zusammenhang mit Morbus Crohn gebracht. Um welche Lebensmittel es hierbei geht, kann nicht pauschal beantwortet werden. Immer wieder stehen verschiedene Nahrungsmittel oder Ernährungsstile im Verdacht, dass sie Morbus Crohn hervorrufen könnten. Für keinen diätischen Faktor ist der Einfluss auf die Entstehung der Erkrankung allerdings belegt, beispielsweise Zucker, Margarine, Konservierungs- oder Zusatzstoffe. Es wird jedoch vermutet, dass eine veränderte Ernährung die Erkrankung beeinflussen kann. Insbesondere industriell hergestellte Nahrungsmittel, die raffinierte Kohlenhydrate und gehärtete Fette enthalten, stehen im Verdacht. Zudem vertragen viele Patienten keine blähende oder ballaststoffreiche Kost. Mittlerweile zeigen immer mehr Menschen gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln Unverträglichkeiten. Dies wird auch als Lebensmittelallergie bezeichnet. Wenn diese zu spät oder gar nicht erkannt werden, kann es für den Körper schwerwiegende Folgen haben. Zudem kommt es beim Verzehr von nicht verträglichen Nahrungsmitteln häufig zu Reizungen bis hin zu Entzündungen im Verdauungstrakt. Diese können chronisch werden. Die Erkrankung Morbus Crohn gehört zu den Darmentzündungen, die dadurch entstehen kann. Wer daher vermutet oder feststellt, bestimmte Nahrungsmittel nicht zu vertragen, sollte die Ursache klären. Das Gleiche gilt, wenn nach dem Verzehr von gewissen Lebensmitteln häufig Schmerzen oder Verdauungsprobleme auftreten. Werden die Verursacher zeitig genug entdeckt und ein Ernährungsplan erstellt, können Erkrankungen wie Morbus Crohn verhindert werden.

Risikofaktor Rauchen

Zum ungesunden Lebensstil gehört ebenso der Konsum von Nikotin. Bei Rauchern ist das Risiko einer Morbus Crohn-Erkrankung im Vergleich zu Nichtrauchern doppelt so hoch. Auch in Bezug auf die Schwere und Häufigkeit der Symptome beeinflusst das Rauchen das Krankheitsgeschehen negativ. Raucher weisen mehr Krankheitsschübe auf und ebenso die Gefahr einer Operation ist größer. Das Gleiche gilt für das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

Rauchen Morbus CrohnDiese Sorge ist bei Morbus Crohn ohnehin berechtigt. Bei Rauchern jedoch ist das Risiko doppelt so hoch. Zudem entwickeln sich häufiger Darmpolypen, die als Vorstufe von Darmkrebs gelten. Warum das Rauchen so gefährlich ist, liegt in der Annahme begründet, dass die Immunabwehr des Darms, die ohnehin belastet ist, durch das Rauchen zusätzlich geschwächt wird. Daher wird dringend dazu geraten, den Risikofaktor Rauchen auszuschalten, um einen möglichst schonenden Krankheitsverlauf zu ermöglichen, den Gesundheitszustand entscheidend zu verbessern und die Häufigkeit erforderlicher operativer Eingriffe zu verringern.

Psychische Ursachen können zu Morbus Crohn führen

Auch psychische Ursachen könnten die Erkrankung Morbus Crohn begünstigen. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um keine Hauptursache, doch Faktoren wie Stress, Sorgen oder Depressionen können den Ausbruch der Krankheit fördern. Bei bereits Erkrankten ist es dadurch möglich, dass die Häufigkeit der Schübe erhöht wird oder verschlimmerte Symptome auftreten. Eine schlechte psychische Verfassung kann den Körper erheblich schwächen. Er wird anfälliger. Allgemein kann sich der Zustand verschlechtern. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen kann psychosozialer Stress zur Fehlregulation der Immunantwort und Krankheitsaktivierung führen. Bei Patienten, die an Morbus Crohn erkrankt sind, kann diese Ursache zu erneuten Entzündungen führen. Daher wird Morbus Crohn häufig auch als psychosomatische Krankheit bezeichnet.

Übermässige Hygiene als Ursache für Morbus Crohn

Seit langem wird darüber spekuliert, welche Faktoren der Umwelt zu einer verbreiteten Entwicklung der Morbus Crohn-Erkrankung führen können. Hierbei kommt auch immer wieder das Thema Hygiene auf. Ein Befall mit gewissen Parasiten wie Würmern könnte zur spezifischen Modulation der Immunantwort führen. Dadurch wird verhindert, dass die Entzündung chronisch verläuft. Eine ausreichende Hygiene ist natürlich das A und O. Es existieren jedoch Vermutungen, dass eine zu intensive und übermässige Hygiene sich negativ auf die Gesundheit auswirkt. Dadurch kann die Barrierefunktion der Darmwand geschädigt werden, beispielsweise durch Seifen, Weichmacher, Emulgatoren etc. Bakterien können somit leichter eindringen. Die Darmflora ist bei Morbus Crohn-Patienten ohnehin verändert. Der Körper kommt durch die übertriebene Hygiene weniger mit Keimen und Bakterien in Berührung und verlernt dadurch, sich zu wehren. Dadurch kommt es häufiger zu Entzündungsprozessen, die immer wieder kehren, auch im Darm. Ein Ausbruch von Morbus Crohn wird durch diese Ursache begünstigt.

Erbanlagen und Medikamente fördern Morbus Crohn

Studien zeigen, dass Morbus Crohn auch familiär gehäuft auftritt. Kinder von Betroffenen erkranken mit einer höheren Wahrscheinlichkeit ebenso an Morbus Crohn. Die Erbanlagen spielen daher eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Krankheit und kommen als weitere Ursache infrage. Mehr als 70 Gene sind bisher bekannt, die mit Morbus Crohn möglicherweise in Verbindung stehen könnten. Wenn ein enger Verwandter von Morbus Crohn betroffen ist, erhöht sich die Gefahr für die anderen Familienmitglieder ungefähr um das Zehnfache. Daher ist dies eine sehr wichtige Ursache. Meist sind es allerdings noch weitere Faktoren, welche es im Zusammenspiel begünstigen, dass die Krankheit ausbricht. Auch innerhalb des Erbguts wurden mittlerweile verschiedene Bereiche identifiziert, die das Erkrankungsrisiko erhöhen. Ein wichtiges Thema rund um Morbus Crohn ist auch, dass ein häufiger Gebrauch von Antibiotika ebenfalls zu einer schädlichen Veränderung der Darmflora führen kann.

Fazit

Über die Ursachen der Erkrankung wurde in den letzten Jahren viel diskutiert und auch geforscht. Die genauen Auslöser für Morbus Crohn konnten noch nicht eindeutig geklärt werden. Vermutet wird ein Zusammenspiel von immunologischen, erblichen und psychischen Faktoren. Meist sind es allerdings noch weitere Faktoren, welche im Zusammenspiel den Ausbruch der Krankheit begünstigen. Aufgrund der Tatsache, dass die Erkrankung nicht heilbar ist, sollte generell auf eine gesunde Ernährung und einen vernünftigen Lebensstil geachtet werden, um jegliche Ursache, die infrage kommt, möglichst ausschließen zu können.