Symptome ausserhalb des Darmtraktes aufgrund einer CED / Mongersen Studie gestoppt!

Morbus Crohn Colitis ulcerosa Doktor Arzt

Dr. Monika Steiner veröffentlichte am 17.10.17 auf esanum.de einen umfassenden Artikel über extraintestinale Manifestationen (EIM) bei Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED). Als EIM werden in Bezug auf CED-Erkrankte Symptome bezeichnet, die außerhalb des Darmtraktes aufgrund der CED entstehen. Damit unterscheiden sie sich von den extraintestinalen Komplikationen, wie Mineralstoff-/Vitamin-/Eisenmangel, Osteoporose oder dem Krebs- und Thromboembolierisiko bei Colitis Ulcerosa (CU) Patienten.

Bei über einem Drittel aller CED-Erkrankten treten EIM im Laufe ihres Lebens auf und häufig ist deren Auftreten ein Indikator für eine schwerwiegendere Form der CED. Daher sollten Fachärzte die Anzeichen richtig einordnen, um entsprechende, therapeutische Schritte einzuleiten und Patienten entsprechend aufklären zu können.

Zu den häufigsten EIM (20% bis 40%) zählen Gelenkerkrankungen in Form von Schmerzen oder Entzündungen. Häufig treten auch Probleme an Haut und Schleimhäuten auf, wie Hautulcerationen oder Aphten im Mundbereich. Seltener sind Entzündungen verschiedener Gewebeschichten des Augapfels, der Leber, Niere oder Lunge.

Insgesamt treten EIM häufiger bei Patienten mit Morbus Crohn (MC) auf, wobei das Rauchen, der Befall des Colons und des perianalen Bereiches zusätzliche Risikofaktoren für eine EIM darstellen. Bei CU-Erkrankten hingegen wurden häufiger Entzündungen der Augen beobachtet.

Eine lange Erkrankungsdauer erhöht jedoch bei allen CED-Patienten das Risiko für eine EIM.

Kann die CED als Grunderkrankung gut therapeutisch behandelt werden, nehmen in der Regel auch die Gelenkbeschwerden, Hautprobleme und Ausprägung der Aphten ab.

Als geeignete Therapie empfiehlt die European Crohn and Colitis Organisation (ECCO) daher TNFalpha-Blocker, welche neben der Grunderkrankung auch gut wirksam gegen die Auswirkungen vieler EIM zu sein scheinen.

Obwohl bisher leider noch nicht viel über die Entstehung der EIM herausgefunden wurde, ist es für Ärzte, aber auch für Patienten, wichtig das Auftreten von EIM zu erkennen, um mittels eines ganzheitlichen Therapiekonzeptes die langfristigen Auswirkungen der EIM zu verringern.

Mongersen Studie gestoppt – unzureichende Wirksamkeit!

Schlechte Nachrichten für Morbus Crohn Patienten kamen in der letzten Woche leider von der Firma Celgene. Der international agierende Biopharma-Konzern verkündete am Donnerstag, den 19.10.17, den Studienstop des verheißungsvollen Medikaments Mongersen. Das Präparat befand sich bereits in Phase 3 des Zulassungsprozesses und stand somit kurz vor dem Antrag auf eine Marktzulassung. Die Studienergebnisse dieser Phase zeigten jedoch unzureichende Wirksamkeit, woraufhin die Entwicklung eingestellt wurde.

Mongersen zielte darauf ab, die bei MC-Erkrankten verringerten Mengen eines Botenstoffes des Immunsystems (TGF-beta1, ein multifunktionales Cytokin) möglichst wieder auf ein normales Niveau zu bringen. TGF-beta1 besitzt nämlich unter anderem eine entzündungshemmende und immunsuppressive Wirkung im Körper, jedoch wird dessen Signalfunktion durch ein anderes Signalprotein (Smad7) behindert. Wissenschaftler entwickelten daraufhin eine kurze Sequenz aus künstlicher messengerRNA (Mongersen, ein antisense Oligonucleotid), welche als komplementäres Gegenstück die mRNA des Smad7-Proteins bindet und abbauen lässt. Somit sollte die Konzentration des Smad7-Proteins in der Zelle gesenkt werden, wodurch das TGF-beta1 wieder seine entzündungshemmende Wirkung entfalten sollte. Trotz guter Ergebnisse in Phase 2 der klinischen Studie, zeigte eine Wirksamkeitsanalyse in Phase 3 eine zu geringe Wirksamkeit, dafür jedoch keine Probleme in Bezug auf die Sicherheit. Ob ähnliche Ansätze in Zukunft bessere Aussichten bieten bleibt abzuwarten.

Quellen:
esanum.de
bloombergquint.com
deraktionaer.de
forbes.com

 

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