Reisen mit CED – alles ist Möglich!

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Menschen mit chronischen Erkrankungen müssen auf vieles achten. Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa oft auf bestimmte Bestandteile ihrer Nahrungsmittel. Schon im Heimatland wird hierdurch das alltägliche Leben kompliziert. Die Reise in ein fremdes Land, mit einer fremden Sprache, möchten sich viele gar nicht erst vorstellen. Wer gerne verreist, sollte sich durch die Krankheit jedoch nicht abschrecken lassen. Dabei gilt: Je ruhiger die CED, desto abenteuerlicher darf die Reise sein.
Generell sollten einige Dinge beachtet werden: Die meisten entzündungshemmenden Medikamente schwächen das Immunsystem. Zusätzliche Hygienemaßnahmen sollten unbedingt eingehalten werden, darunter zählt das abkochen oder gründliche Reinigen der Speisen sowie der Verzicht auf Leitungswasser. Desinfektionsspray gehört in die Handtasche, um in brenzligen Situationen nicht mit Folgekrankheiten rechnen zu müssen. Zusätzlich können Einweg-Toilettensitzauflagen hilfreich sein.

Spezielle Apps helfen bei der Suche nach einer öffentlichen Toilette, wer unter „Toilet finder“ im Google Playstore sucht, wird fündig. Doch auch langes Anstehen während der Hauptsaison kann zu einem Problem werden. Hier kann der Euro WC-Schlüssel, der europaweit in 12.000 Schlösser öffentlicher Behindertentoiletten passt, hilfreich sein. Dieser ist zum Beispiel auf der Webseite http://www.cbf-da.de, unter Vorlage eines Behindertenausweises, bestellbar.

Die reichliche Mitnahme aller benötigten Medikamente und einem zusätzlichen Vorsorgepaket an Steroiden, welches bei einer plötzlichen Gastroenteritis eingesetzt werden kann, empfiehlt Professor Stephan Vavricka vom Triemli Hospital in Zürich. Denn eine Reise bietet, seiner Meinung nach, vor allem zwei Gefahren: Stress und Nahrungsumstellung durch eine verminderte Compliance. Aber auch Sprachbarrieren können hinderlich sein. Ein gutes Wörterbuch, das sich auf Nahrungsmittel spezialisiert hat, gehört ins Reisegepäck. Bei der Auswahl des Hotels sollte auch die Möglichkeit selber kochen zu können eine Rolle spielen.

Viele der eingesetzten Medikamente bieten ein weiteres Risiko: Sonnenbrand. Da sie die Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenstrahlen erhöht, ist ein hoher und kontinuierlicher Sonnenschutz wichtig, zumal die immunsuppressive Wirkung auch das Abtöten möglicher Tumorzellen verringert.

Je weiter weg das Urlaubsziel, desto höher das Risiko für Komplikationen. Nicht nur fremde Keime bieten Gefahren, sondern auch die Anreise selbst. CED Patienten, besonders während eines akuten Schubes, haben ein erhöhtes Risiko für Thromboembolien. Flug- oder Busreisen, die länger als drei Stunden andauern werden hier problematisch. Flugreisen sind aus einem weiteren Grund riskant: Hypoxie. Ab einer Höhe von etwa 2000 Meter kann sich eine Mangelversorgung mit Sauerstoff einstellen, welche ein Risikofaktor für eine erhöhte Aktivität der CED sein könnte.

Trotz aller Risiken haben viele Betroffene bewiesen, dass auch Fernreisen mit einer chronischen Entzündung entspannt verlaufen können, solange die Vorbereitung stimmt. Ein Notfallplan mit der Adresse mehrerer Ärzte sollte vorhanden sein, wobei bedacht werden muss, dass nicht alle Ärzte mit dem Umgang einer CED vertraut sind. Ein akuter Schub ist immer möglich, während aber – stressbedingt – auch kurz vor der Reise. Eine gute Auslandskrankenversicherung sowie Reiserücktritts und Reiseabbruchversicherungen schützen vor finanziellem Schaden.

Quellen:
aerztezeitung.de
msd-gesundheit.de

 

2 Kommentare zu “Reisen mit CED – alles ist Möglich!

  1. Mirjam Mayer

    Ich habe Morbus Crohn seit über 10 Jahren und bin jetzt 24. Ich war schon sehr oft im Ausland unterwegs, meistens Europa, aber auch in Asien und für längere Zeit. Bis jetzt ging es immer gut, hatte aber auch immer meine Medikamente mit dabei, was manchmal gar nicht so einfach ist, wenn man einen langen Flug hat.

  2. H.Schultz

    Also, die Auslandsreise-Krankenversicherung tritt für chronische Darmerkrankungen nicht ein. Sie regelt nur akute Erkrankungen und leistet nicht bei bestehenden Vorerkrankungen.

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