Morbus Crohn: Neue Studie sorgt für Furore

Morbus Crohn Ernährung Gemüsekorb

Eine neue Studie aus den USA belegt, dass eine Ernährungsumstellung sehr wohl eine Auswirkung auf den Krankheitsverlauf hat. Isst der Betroffene vorwiegend gesunde Speisen, hat er höhere Chancen auf eine vollständige Genesung.

Auf der Suche nach den richtigen Nahrungsmitteln

Der Mensch war schon immer auf der Suche nach Nahrung. Vor Jahrhunderten, als es noch keine Medikamente gab, konzentrierte sich der Mensch auf jene Nahrungsbestandteile, die für ihn auch gleichzeitig eine Medizin waren. Wer sich also gesund ernährte, war kräftiger und lebte zudem auch länger. Heute weiß der Mensch, dass es zahlreiche Nahrungsmittel gibt, die körperliche Beschwerden lindern. Leidet man etwa an einer Magenverstimmung, helfen braune Äpfel – klagt der Betroffene über Verstopfung, sollte er eine Hühnersuppe essen. Auch Kräuter und Gräser können verschiedene Beschwerden lindern.

Kann Morbus Crohn geheilt werden?

Nachdem der Körper systematisch erforscht wurde, befassen sich die Mediziner und Forscher mit lebensverlängernden Maßnahmen. Dennoch steht man, wenn man die vielschichtigen Prozesse der Nahrungsverarbeitung verstehen will, noch immer am Anfang. Das liegt vor allem auch an der Tatsache, dass sich viele Forscher mit den Medikamenten befassen, jedoch kaum mit der Ernährung. 2010 wurde etwa vom “Hopkins Medicine Magazine” behauptet, die Pharmaunternehmen seien derart knapp bei Kasse, dass man keine Lebensmittel mehr erforschen, sondern sich vorwiegend auf Medikamente konzentrieren würde. Heute sind Medikamentenforschungen zielgerichteter und zudem auch lukrativer. Dr. David Suskind ist Gastroenterologe am Seattle “Childrens Hospital” in den Vereinigten Staaten und weiß, dass er mit seiner neuesten Studie für Furore sorgte. Er verabreichte zehn Probanden, allesamt Kinder, für zwölf Wochen spezielle Nahrungsmittel, die den Vorgaben der SCD-Diät entsprachen. Die Kinder, die allesamt an Morbus Crohn erkrankt waren, erhielten nur noch nährstoffreiche Lebensmittel – so etwa Fleisch, Nüsse, Gemüse und Obst. Am Ende konnten bei acht Kindern eine Verbesserung des Zustandes dokumentiert werden – die Nahrung hat also, so die Studie, eine durchaus positive Auswirkung auf die Darmerkrankung.

Welchen Einfluss hat die Ernährung tatsächlich?

Derzeit werden vorwiegend Medikamente oder Steroide verabreicht. Jene sorgen für Nebenwirkungen, mit denen die Betroffenen leben müssen. Am Ende wird nicht die Krankheit behandelt – vorwiegend werden die Symptome unterdrückt. Es gibt also keine Heilung, sondern lediglich eine Verbesserung der Lebensqualität. “Seit Jahrzehnten meinen die Mediziner, die Ernährung spielt keine Rolle, nachdem die Diagnose Morbus Crohn gestellt wurde. Das ist aber nicht richtig. Die Ernährung hat einen ausgesprochen starken Einfluss auf den Krankheitsverlauf”, so Dr. Suskind. Natürlich weiß der Mediziner, dass es noch weitere Studien braucht, damit gesicherte Ergebnisse präsentiert werden können. Jedoch ist die Richtung vorgegeben. Dr. Suskind ist zudem auch überzeugt, dass die Ernährung nicht nur für Morbus Crohn von Bedeutung ist – auch andere Krankheiten könnten, wenn sich die Betroffenen richtig ernähren, behandelt und mitunter sogar geheilt werden.

Quelle:
http://www.forschung-und-wissen.de

2 Kommentare zu “Morbus Crohn: Neue Studie sorgt für Furore

  1. Andreas Ulmicher

    Dass eine Ernährungsumstellung sehr häufig Einfluss nimmt auf dem Verlauf von Morbus Crohn, lässt sich in der Praxis immer wieder beobachten. Was allerdings NICHT darstellbar ist, sind feste Regeln. Man kann nicht formulieren, dass z.B. vegetarische oder vegane Ernährung Morbus Crohn generell verbessert, oder auch Low-Carb oder eine Steinzeit-Diät.

    Und ich denke, dass darin das Problem liegt. Die Medizin geht bei ihrer Forschung immer von “Reproduzierbarkeit” von bestimmten Faktoren und deren Einflussnahme auf die Erkrankung aus. Aber selbst bei den Medikamenten ist diese Reproduzierbarkeit nicht gegeben. Bei einem Patienten wirkt Azathioprin, beim Anderen nicht. Einem Patienten helfen Biologika, dem anderen nicht – und das, obwohl die Patienten sehr ähnliche und sogar deckungsgleiche Symptome haben.

    So habe ich Patienten kennen gelernt, die mit Verzicht auf Getreide ihren Krankheitsverlauf günstig beeinflusst haben. Andere sind Veganer geworden und fahren damit sehr gut.

    Beim Thema Ernährung sind wir uns einig, dass eine vollwertige, möglichst natürliche Ernährung viele Zivilisationskrankheiten zumindest langfristig positiv beeinflusst. Im Kontext der Vielfalt von chronischen Erkrankungen sollten wir jedoch den Begriff der Vollwertigkeit weiter fassen: die ist die Basis für gesunde Ernährung. Darüber hinaus hat jedoch “jeder Crohn” und natürlich auch jede andere chronische Erkrankung eine individuelle Komponente, die auch bei der Ernährungsberatung respektiert werden muss. Bei Einem ist die Bauchspeicheldrüse geschwächt, der nächste hat einen “Saccharidase-Mangel”, der Dritte hat ein Kurzdarm-Syndrom.

    Es gibt daher bei so komplexen Krankheiten wie Morbus Crohn keine “One-Size-Fits-All” Lösungen. Die gibt es im Grunde genommen nicht einmal für “simple” Krankheiten:

    “Ich haue meinen Kopf an der Wand an, ich lerne stundenlang für eine Prüfung, ich liege mit einem grippalen Infekt im Bett – was ist die Gemeinsamkeit? In allen drei Fällen habe ich Kopfschmerzen! Drei verschiedene Ursachen für so etwas Simples wie einen Brummschädel! Daher sollte man nicht davon ausgehen, eine so komplexe Erkrankung wie Morbus Crohn hätte nur eine!”

  2. Angelika Blasko

    In allen Beitägen zu diesem Thema vermisse ich konkrete Vorschläge, damit man als Betroffener selbst ausprobieren kann.
    Ich wüßte zum Beispiel gerne, welche Bakterien die Darmflora braucht und wodurch ich diese zu mir nehmen kann.
    Welche Lebensmittel, Heilkräuter etc. genau helfen können und welche eher nicht. Und ich wüßte gerne weshalb.
    stattdessen lese ich höchstens Dinge wie: dieses Medikament oder rauchen und Kaffee schadet.
    Die Pharmaindustrie läßt grüßen und das finde ich sehr bedauerlich.

    Ich selbst habe einen extremen Schub ohne Medizin beheben können, indem ich fast 2 Wochen lang auf Nahrung komplett verzichtete, viel Wasser und ungezuckerten Tee trank und danach jeder Morgen warmen Hafermarkbrei aß, um wieder aufzubauen. Alle Ärzte meinten damals, dass mein Vorgehen Wahnsinn sei, doch ich ging nach meinem Gefühl und hatte 7 Jahre lang keine Beschwerden mehr. Ich konnte sogar wieder Knoblauch, Lauch etc. essen.

    Man sollte sich von seinem Gefühl lenken lassen aber Informationen wären sicherlich für jeden Betroffenen dabei eine erhebliche Entscheidungshilfe.

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