Morbus Crohn, Mikrobiom der Babys und die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut

Morbus Crohn

Bei der entzündlichen Darmerkrankung Morbus Crohn hat der Betroffene eine chronische Entzündung des Verdauungstrakts. Diese verläuft schubweise und ist nicht ansteckend. Der Darm eines Erwachsenen hat eine Oberfläche von 32 qm, der Billionen von Bakterien beheimatet. Bei der Erkrankung Morbus Crohn beeinflussen mehrere Faktoren die Darmbeschwerden. Es sind immunologische Faktoren, genetische Faktoren, Mikrobiom und Umweltfaktoren, zu denen die Ernährung, Medikamente und ein stark übertriebenes Hygienebewusstsein zählen. Aber auch Nanopartikel oder Nahrungszusätze in Lebensmitteln könnten das Entstehen von Morbus Crohn begünstigen. Eine mit Mäusen durchgeführte Untersuchung brachte den Schluss, dass ultrawinzige Titanoxidpartikel (E171) in der Nahrung eine Darmentzündung bewirken können.

Darmmikrobiom der Babys

Der Kenntnisstand von heute besagt, dass Bakterien im Darm, das Mikrobiom, von zentraler Bedeutung ist. Das Mikrobiom Erkrankter ist weniger variantenreich als das gesunder Menschen und setzt sich aus anderen Bakterien zusammen. Auch können Mütter diese Unterschiedlichkeit in der Zusammensetzung der Bakterien an ihre Babys weitergeben, das bewies eine amerikanische Meconium-Studie. Hierbei war das Darmmikrobiom der Babys nach der Geburt kurzzeitig verändert.

Die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut

Die Darmschleimhautzellen sind von einem schützenden Schleim umgeben. Er birgt ein Reservoir körpereigener Antibiotika. Die sogenannten Defensine regulieren die Zusammensetzung der Darmflora und verhindern zusätzlich, dass eine Entzündung ausgelöst wird, indem schädliche Mikroorganismen in die Darmschleimhaut eindringen. Bei Darmerkrankungen wie der Morbus Crohn ist die Schleimhaut allerdings durchlässiger als bei einem gesunden Darm. In Folge dessen, ist die Defensinmenge zu gering und es ist kein ausreichender Schutz gegen Bakterien am Übergang der Außenwelt zum Dickdarm vorhanden. Durch die industriell verarbeitete und ballaststoffarme Nahrung können Löcher im Darmschleim entstehen, welche dazu führen, dass Einfallstore für krank machende Mikroorganismen entstehen. Diese schädlichen Mikroorganismen begünstigen dann wieder Morbus Crohn und es steigt ebenfalls das Risiko an Darmkrebs zu erkranken.

Als unverzichtbar gilt momentan Kortison, um die überschießenden Entzündungsreaktionen vorerst zu unterbinden. Bei einer länger andauernden Therapie werden verschiedene Antikörperpräparate mit geringeren Nebenwirkungen eingesetzt. Patienten können in Zukunft mit wirksameren und nebenwirkungsärmeren Therapien rechnen. Patienten mit Morbus Crohn sollten auch auf das Rauchen verzichten, um das Risiko für Operationen gering zu halten. Außerdem wird empfohlen viel Obst, Gemüse und regelmäßig Fisch zu verzehren. Vitamin D und Omega 3 Fettsäuren helfen ebenfalls bei Morbus Crohn.

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