Der Darm ist immer wieder entzündet

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Der Darm ist immer wieder entzündet - Morbus Crohn

Menschen, die an Morbus Crohn erkrankt sind, sprechen von Müdigkeit, Durchfällen und Krämpfen. Leider ist die Suche nach der Ursache immer noch schwierig. Mittlerweile gibt es aber Therapien. Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist Morbus Crohn mit Medikamenten nicht heilbar und die Beschwerden können den Betroffenen das Leben zur Hölle machen. Es wurden neue Therapiemöglichkeiten entdeckt, die endlich Hoffnung für die Patienten wecken.
Wir wissen, dass es sich bei der Darmflora um ein komplexes Ökosystem handelt, welches alle Mikroorganismen im Darm beinhaltet. Das System steckt leider auch für Einige voller Gefahren, nämlich immer dann, wenn die Barriere zwischen dem Körperinneren und der Darmflora nicht richtig funktioniert. Dabei kommen die Darmbakterien mit dem Abwehrsystem in Kontakt – es werden Wächterzellen aktiv. So beginnt die Entzündungswelle im Darm.

Risiko wird von mehr als 100 Genen beeinflusst

Kommt es zu den erwähnten Entzündungen, dann leiden die Betroffenen unter Problemen mit dem Stuhlgang, der sich teilweise als blutiger Durchfall äußern kann oder auch mit krampfartigen Schmerzen einhergeht. Es kann zu Gewichtsverlust und zu strukturellen Darmveränderungen kommen. Des Weiteren treten auch außerhalb des Darms Beschwerden auf, wie zum Beispiel Gelenkschmerzen, Sehstörungen und Hautprobleme. Laut Experten sind 160 Gene bekannt, die das Risiko einer Erkrankung beeinflussen können. Aber auch Umwelteinflüsse sind für die Erkrankung verantwortlich. Zu diesen Umwelteinflüssen gehören neben dem Rauchen der Vitamin-D-Mangel, Stress und Depressionen. Die Erkrankung verläuft in immer wiederkehrenden Schüben.

Nebenwirkungen oft schlimmer als die Erkrankung

Bei einer Therapie steht nicht die Heilung im Vordergrund, denn dies ist bisher unmöglich. Ziel ist, dass die Erkrankung dauerhaft ruhen soll und das möglichst ohne den Einsatz von Kortison haltigen Medikamenten. Kortison eignet sich für eine Kurzzeittherapie, die eine Erfolgsquote von 80% aufzeigt. So können die Entzündungen innerhalb kürzester Zeit eingedämmt werden. Kortison verursacht jedoch langfristige Probleme, die sich in Wassereinlagerungen, Bluthochdruck, Knochen- und Muskelabbau sowie Diabetes äußern. Bei einigen Patienten kann es vorkommen, dass die Nebenwirkungen schlimmer als der Morbus Crohn sind.

Rasches Handeln bei den ersten Symptomen

Bei der Langzeittherapie wird heutzutage deutlich mehr auf andere entzündungshemmende Medikamente, wie zum Beispiel Mesalazin oder Medikamente, die die Immunabwehr hemmen, gesetzt. Es ist schließlich bekannt, dass bei Morbus Crohn die Abwehrkräfte außer Kontrolle geraten und dadurch immer wieder die Entzündungen im Darm auslösen. Welche Therapie letztendlich zum Einsatz kommt, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählt das Alter des Patienten ebenso wie die Aggressivität der Erkrankung.
Meist wird die Diagnose Morbus Crohn im Alter von 18 bis 25 Jahren gestellt. Jedoch gilt je früher mit der Behandlung begonnen wird, umso besser für den Krankheitsverlauf. Bei den ersten Anzeichen sollten Patienten also möglichst frühzeitig zum Arzt gehen und abklären lassen, ob es sich um eine entzündliche Darmerkrankung, also Morbus Crohn, handelt.

Quelle:
waz.de

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