Cannabis als Kassenleistung und der Zweifel der Wirkung als Ablehnungsgrund?

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Cannabis Morbus Crohn Medizin

Als vor einigen Wochen die Meldung bekannt wurde, dass in Deutschland Schwerkranke auf Rezept Cannabis erhalten sollten, schöpften viele Menschen, die an Morbus Crohn erkrankt sind neue Hoffnung. Jetzt jedoch wurde bekannt, dass Krankenkassen die Kostenübernahme auch verweigern können. Für viele Menschen, die sehr stark unter Morbus Crohn leiden, ist dieser ein herber Rückschlag.

Alleine in Deutschland leiden in etwa 1000 Patienten mit der chronischen Darmerkrankung Morbus Crohn, welche aufgrund einer Sondererlaubnis Cannabis als Medizin konsumieren dürfen. Jetzt wurde bekannt, dass die Sondergenehmigungen in der nächsten Zeit auslaufen. Stattdessen trat ein neues Gesetz in Kraft, das Ärzten die Möglichkeit gibt Cannabis auf Rezept zu verschreiben, ohne dass eine Sondererlaubnis vorliegt. Krankenkassen sollen dann diese Kosten übernehmen. Leider gibt es hier einen Haken für die Erkrankten. Die Krankenkasse muss das Rezept erst genehmigen und es wurden erste Stimmen von Seiten der Krankenkassen laut, dass diese an der Wirkung von Cannabis bei Morbus Crohn zweifeln.

Nach dem neuen Gesetz darf ein Arzt erst dann ein Rezept für Cannabis ausstellen, wenn alle anderen Behandlungsmethoden erfolglos verlaufen sind. Des Weiteren muss klar und deutlich die Aussicht bestehen, dass der Krankheitsverlauf von Morbus Crohn durch die Einnahme von Cannabis positiv beeinflusst wird.

Ist eine Krankenkasse der Meinung, dass die Wirkung von Cannabis bei der Behandlung von Morbus Crohn hilfreich ist, kann sie den medizinischen Dienst mit einem Gutachten beauftragen. Doch dies dauert und wird letztendlich auf dem Rücken der Patienten ausgetragen, die damit ein weiteres Stück ihrer Lebensqualität einbüßen. Viele Medikamente helfen den Patienten oft nur im Anfangsstadium von Morbus Crohn und selbstverständlich setzen diese Menschen ihre ganze Hoffnung auf Cannabis. Die Dosis der verfügbaren Medikamente wie zum Beispiel Cortison muss immer höher gesetzt werden, was letztendlich auch die Nebenwirkungen deutlich verschlimmert. Cannabis ist für viele Menschen die einzige Möglichkeit, dass Schübe nicht mehr so massiv auftreten und dass diese Personen nicht dauernd unter Durchfall und Krämpfen leiden. Cannabis auf legalem Weg in der Apotheke zu erwerben, ist für die meisten Menschen nicht realisierbar, denn die Kosten belaufen sich hier pro Monat auf rund 850 Euro. Für viele Menschen bleibt in aller letzter Konsequenz nur noch die Möglichkeit, sich das Cannabis, das Ihnen ihr Leben erleichtert auf dem Schwarzmarkt zu besorgen. Diese Menschen gehen hier allerdings ein großes nicht einschätzbares Risiko ein.

Quelle:
augsburger-allgemeine.de

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